Karl Hugo Dahl

  • Geburtsdatum: 16.01.1887
  • Geburtsort: Hünshoven (heute Geilenkirchen)
  • Beruf: Kaufmann
  • Wohnort:

    Katernberger Straße 2, Bayreuther Straße 63, Luisenstraße (vermutlich Nummer 128), Barmer Straße 94

  • Todesdatum: 14.06.1944
  • Todesort: Brüssel

Der Kaufmann Hugo Dahl war am 16. Januar 1887 in Hünshoven (heute Stadt Geilenkirchen) im Kreis Heinsberg geboren worden. Seine Eltern waren Cappel Dahl und dessen Frau Helene, geborene Mayer.

Hugo Dahl heiratete am 17. Juni 1916 in Tübingen Marta Weil, geboren am 16. August 1892 in Ellwangen. Ihre Eltern waren der Buchdruckereibesitzer Albert Weil und dessen Ehefrau Frida, geb. Moos.

Hugo und Marta Dahl hatten zwei Kinder, die in Tübingen geboren wurden: Margarete am 28. Mai 1917 und Werner am 2. Mai 1919. Die Familie wohnte in der Steinlachstraße 11 (heute Fürststraße), später in der Nauklerstraße 31. 1921 und 1922 war Hugo Dahl Herausgeber des „Süddeutschen Elektrizitätsanzeigers“.

Aus einer Akte im Archiv der Universität Tübingen geht hervor, dass ein Student am 20. Januar 1923 Hugo Dahl auf offener Straße vor dem Archäologischen Institut als „Jude“ oder „Saujude“ bezeichnet habe.

Im März 1924 zog die Familie Dahl nach Wuppertal, wo sie zunächst in der Katernberger Straße 2, später in der Bayreuther Straße 63, in der Luisenstraße (vermutlich Nummer 128) und in der Barmer Straße 94 gemeldet wohnten.

Von 1929 bis zum 9. November 1938 war Hugo Dahl als selbständiger Anzeigenwerber tätig. Seine Witwe sagte beim Entschädigungsverfahren 1956 aus, dass er für den Staatsverlag Wuppertal-Barmen gearbeitet habe.

Im Zuge der antijüdischen Gewaltaktionen im November 1938 wurde Karl Hugo Dahl zusammen mit seinem Sohn Werner am 11. November 1938 verhaftet und am 16. November als „Schutzhaftgefangener“ ins Untersuchungs- und Gerichtsgefängnis Wuppertal eingeliefert. Vom 17. November war er mit seinem Sohn im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Dort erhielt er die Häftlingsnummer 29699. Entlassen wurde er am 2. Dezember 1938.

Im November 1939 flüchtete Karl Hugo Dahl nach Belgien, wurde aber wegen des illegalen Grenzübertritts verhaftet und zunächst ins Gefängnis in Forest gebracht. Von dort verbrachte man ihn in das Internierungslager Marneffe. Martha Dahl war ihrem Mann gefolgt und befand sich ebenfalls in diesem Lager. Nach ihrer Entlassung flüchtete sich das Ehepaar nach Frankreich. Von dort wurden sie von Angehörigen der deutschen Truppen, die das Land seit dem 10. Mai besetzt hielten, am 29. Mai 1940 nach Brüssel zurückgebracht.

Hugo Dahl erhielt in Belgien keine Arbeitserlaubnis. Darum versuchte er, ohne Erlaubnis „zu hausieren“, um seinen Lebensunterhalt und den seiner Frau bestreiten zu können. Im Sommer 1942 mussten Hugo und Martha Dahl aus ihrer Wohnung in Brüssel ausziehen und lebten nun untergetaucht in Watermael-Boitsfort, 67 rue de L’Elan, einem Vorort von Brüssel.

Im Herbst 1943 musste sich Hugo Dahl aber einer Kehlkopfoperation unterziehen, die ihn zwang, mehrere Monate im jüdischen Krankenhaus in Brüssel zu bleiben. Nach seiner Entlassung im März 1944 wurde er „auf Veranlassung der Gestapo in das „jüdische Altersheim“ in der Rue Victor Rauter 4 gebracht und stand dort unter der Aufsicht der Gestapo. Im Mai und Juni musste Hugo Dahl erneut ins Krankenhaus, wo er am 14. Juni 1944 gestorben ist.

Er war 57 Jahre alt.

Seine Kinder Margarete und Werner wurden beide im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz ermordet.

Seine Frau Martha überlebte und heiratete später Constantin van Schepdael.

Quellen


https://tuenews.de/dahl-hugo/ | https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/1012556719/Weil+Albert