Jettchen van der Rhoer, geb. Heinemann
Jettchen Heinemann wurde am 3. November 1869 im niederländischen Almen geboren. Über ihre Eltern und mögliche Geschwister ist nichts bekannt. Verheiratet war sie mit dem fünf Jahre jüngeren Kaufmann Josef van der Rhoer aus Den Ham. Mit ihm ging sie nach Elberfeld, wo sich das Paar in der Langestraße 23 (heute Lange Straße) in der Elberfelder Südstadt niederließ. Hier kamen dann auch die ersten fünf Kinder zur Welt:
1896 Rosa, 1898 Max, 1899 Helene und 1901 Regina 1901. Im Jahr 1902 wurde noch ein Mädchen geboren: Bernhardine. Dieses Kind blieb aber nur wenige Wochen am Leben; es starb am 14. Januar 1903. Sein Grab ist auf dem Kindergrabfeld B des jüdischen Friedhofs am Weinberg.
Noch im selben Jahr 1903, nun aber schon in Amsterdam, kam Jettchen van der Rhoers Sohn Ludwig zur Welt. Danach scheint die Familie nach Maasbree umgezogen zu sein, denn hier kamen die Kinder Eduard (1906), Bernhardine (1908) und Bertha (1911) zur Welt. Das jüngste Kind war Jacob, der 1913 in Venlo auf die Welt kam.
Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in die Niederlande wurde es auch für die holländischen Juden gefährlich, und tatsächlich sind Jettchen van der Rhoer, ihre Kinder Max mit seiner Frau und zwei kleinen Söhnen, Bertha und Jacob über das Sammellager Westerbork in das Vernichtungslager Sobibór deportiert und dort ermordet worden: Jettchen van der Rhoer am 30. April 1943, ihr Enkel Joseph am 4. Juni 1943, ihr Sohn Max, seine Frau und der jüngere Enkel Bernhard Salomon am 9. Juli 1943.
Jettchen van der Rhoer war 74 Jahre alt.
Ihre Kinder Eduard und Bernhardine starben in Auschwitz. Was mit ihrem Mann Josef und mit ihren Kindern Rosa, Helene und Ludwig passierte, ist nicht bekannt.
Regina Berclau und ihre Familie wurden auch in Sobibór umgebracht.
Quellen
https://www.openarchieven.nl/saa:a6ead39b-23e5-4641-8545-9d13927de005/de | https://www.joodsmonument.nl/nl/page/146143/max-van-der-rhoer