Hedwig Aronowitz
Hedwig Aronowitz wurde 1910 in Łódź in Polen kurz vor der Übersiedlung der Familie nach Elberfeld geboren. Ihre Eltern waren der Schneider Leiser Aronowicz oder Aronowitz und seine Frau Paula geb. Bermann.
Hedwig Aronowitz hatte vier Geschwister: Ida, auch „Idessa“ genannt, war 19 Jahre älter. Abraham Albert David war 1905 geboren worden, Maria 1907. Dann gab es noch jüngere Geschwister: Georg Isaac, geboren 1913, und Berta, geboren 1915. Die Familie lebte in der Neviandtstraße 53 in Elberfeld.
Hedwig Aronowitz` Eltern, Paula und Leiser Aronowitz, starben in den Jahren 1934 und 1937 und wurden auf dem jüdischen Friedhof am Weinberg beigesetzt (Feld I/ VII).
Ihr Bruder Georg Isaac Aronowitz wurde als polnischer Staatsangehöriger im Rahmen der so genannten „Polenaktion“ am 28. Oktober 1938 verhaftet und nach Zbąszyń (Bentschen) an die deutsch-polnische Grenze abgeschoben, wo er bis zum 27. August 1939 bleiben musste. Im Mai 1940 wurde er in das Ghetto Łódź eingewiesen, wurde aber noch im selben Jahr zum Bau von Autobahnen einem Arbeitskommando unterstellt. 1943 wurde er weiter in das Konzentrationslager Auschwitz überstellt und von dort in das Konzentrationslager Buchenwald. „Isy“ Aronowitz verfasste in der Zeit seiner Lagerhaft ein ausführliches Tagebuch, das sich im Archiv der Begegnungsstätte Alte Synagoge befindet. Georg Isaac Aronowitz starb 1989 in Australien.
Auf dem jüdischen Friedhof am Weinberg ist ein Grab mit dem Namen „Aronowitz“: Berta Aronowitz, geboren 1915, starb demnach im Alter von vier Jahren am 20. Mai 1919 (Feld B III). Dieses Kind könnte eine Schwester von Hedwig Aronowitz gewesen sein.
Nach Auskunft ihres Neffen Richard wohnte Hedwig Aronowitz in den späten 1930er Jahren am Elberfelder Weinberg, vermutlich nicht freiwillig. Irgendwann brach sie auf, um ihre mütterliche Bermann in Łódź zu besuchen, und von dieser Reise kehrte sie nicht mehr zurück. Die überlebenden Familienangehörigen vermuten, dass sie 1941 im Ghetto Warschau umkam. Da war sie 31 Jahre alt.
Quellen
Archiv Begegnungsstätte Alte Synagoge: Deportationsliste Minsk