Charlotte Levy, geb. Lewy

  • Geburtsdatum: 03.10.1882
  • Geburtsort: Berlin
  • Wohnort:

    Viktoriastraße 85

  • Todesdatum: 27.02.1943
  • Todesort: Vernichtungslager Auschwitz

Charlotte Lewy wurde am 3. Oktober 1882 in Berlin geboren. Über ihre Familie, ihre Kindheit und Ausbildung ist nichts bekannt. Sie heiratete 1925 den geschiedenen Paul Levy, der eine Karriere bei der Deutschen Eisenbahngesellschaft gemacht hatte, mehrere Jahre in Syrien und in Afrika tätig gewesen war und nun im Rang eines Oberregierungs- und Baurats, nach der Gründung der „Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft“, Reichsbahnoberrat in Altona war. Dort waren Paul und Charlotte Levy Mitglieder der „Hochdeutschen Israelitengemeinde zu Altona“.

1929 zog das Paar nach Berlin, weil Paul Levy Abteilungsleiter für die Werkstättenleitung im Reichsbahn-Zentralamt geworden war. Am 1. Oktober 1930 beförderte ihn der Generaldirektor der Reichsbahn, Julius Dorpmüller, zum Direktor bei der Reichsbahn.

Auch nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten konnte Paul Levy als Frontkämpfer zunächst seine Stellung als Beamter behalten. Er wurde aber im November 1933 zur Reichsbahndirektion Elberfeld versetzt und zum Dezernenten herabgestuft. Charlotte Levy und ihr Mann wohnten nun in der Viktoriastraße 85 im Briller Viertel.

Mit dem Erlass der „Nürnberger Rassegesetze“ von September 1935 wurde Paul Levy zum Jahresende entlassen. Nun zogen Charlotte Levy und ihr Mann zurück nach Berlin, wo Verwandte lebten.

Nach den gewalttätigen Ausschreitungen gegen Juden im November 1938 bemühte sich das Ehepaar zunehmend verzweifelt um die Emigration aus Deutschland. Paul Levys Tochter Susanne aus erster Ehe, die einen nichtjüdischen Mann liebte, emigrierte 1939. Das Paar heiratete in London und wanderte danach nach Chile aus. Auch Charlotte und Paul Levy kämpften für eine Ausreise nach Südamerika, aber nach dem Ausreiseverbot im Oktober 1941 waren alle Bemühungen vergeblich.

1942 verlor das Ehepaar seine Wohnung in Berlin-Zehlendorf und musste in eine der Zwangsunterkünfte umziehen, zunächst nach Wilmersdorf, später in das Sammellager Große Hamburger Straße.

Am 26. Februar 1943 wurden beide vom Güterbahnhof Moabit mit einem Transportzug der Deutschen Reichsbahn in das Konzentrationslager Auschwitz verbracht. Noch am Tag der Ankunft wurden beide als nicht „arbeitsverwendungsfähig“ beurteilt und sofort ermordet.

Charlotte Levy war 61 Jahre alt.

Quellen


https://www.stolpersteine-berlin.de/de/albertinenstrasse/31/charlotte-levy