Anna Schüler, geb. Philipp
Anna Philipp wurde am 20. Februar 1869 als ältestes von vier Kindern in Köln geboren. Ihre Eltern waren Isidor Philipp und seine Frau Pauline, geb. Cohen. Ihre jüngeren Geschwister waren Philipp (1873), Wilhelmine (1875) und Max (1878), die alle wie sie selbst in Köln geboren wurden.
Über den Beruf des Vaters und ihre Kindheit und Jugend ist nichts bekannt. Sie heiratete in Elberfeld den Kaufmann Maximilian Moritz Schüler (genannt Moritz). Er war der zweitälteste Bruder der später berühmten Dichterin Else Lasker-Schüler, die im selben Jahr wie Anna geboren worden war. Am 26. Juli 1887 brachte Anna Schüler die Tochter Olga zur Welt. Die Familie wohnte nicht weit vom Elternhaus ihres Mannes, das in der Sadowastraße 7 lag, in der Briller Straße 48. Aber lange blieben die drei nicht dort wohnen, sondern zogen nach Köln, wo Anna Schülers zweites Kind, der Sohn Paul, der im Jahr 1905 geboren wurde. Später lebten sie in Bad Godesberg. Dort starb Anna Schülers Mann Moritz am 13. Januar 1907. Sein Grab befindet sich auf dem jüdischen Friedhof in Deutz. Nur ein halbes Jahr später starb auch Anna Philipps Vater Isidor in Köln. Anna Schüler war zu diesem Zeitpunkt 38 Jahre alt, also eine sehr junge Witwe.
Die nächsten Jahre waren weiterhin eine Zeit des Abschieds: 1913 starb ihre Mutter Pauline Philipp, 1917 ihr Bruder Philipp, 1928 ihr Bruder Max. Vermutlich waren vor allem ihre Schwester Wilhelmine Frank und deren Mann, Dr. Fritz Frank, ihr hauptsächlicher gesellschaftlicher Umgang. Ob auch ihre Tochter Olga Oberländer mit ihrem Mann Otto Köhrmann und den Kindern dazugehörte, ist nicht sicher.
Anna Schüler wurde am 16. Juni 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert und starb dort am 7. Dezember 1942. Sie war 73 Jahre alt. Vielleicht hat sie noch die Ankunft ihrer Schwester Wilhelmine Frank erlebt, die wenige Wochen nach ihr, am 27. Juli 1942 mit dem zweiten Theresienstadt-Transport nach Theresienstadt deportiert wurde. Sie kam dort am 26. August 1942 um.
Ihr Schwager Dr. Fritz Frank war am 24. Juni 1942 im Sammellager „Fort V“ in Köln-Müngersdorf umgekommen.
Ihre Tochter Olga Oberländer wurde am 15. Juli 1942 von Köln aus in das Ghetto Izbica deportiert und vermutlich im Vernichtungslager Sobibór ermordet.
Quellen
https://www.geni.com/people/Anna-Schüler/6000000050974173943